Wir sehen nur den oberirdischen Teil der Bäume und können auch meist nur dort etwas tun. Diese Eingriffe wirken sich aber ganz massiv auf die Aktivität der Wurzel, die oft sogar größer als die Krone ist, aus.
Im Winter schon treiben die Wurzeln wieder das mineralstoffhaltige Wasser in die Knospen, die sich fast unmerklich entwickeln. Im Frühjahr brechen sie auf und bringen Laub und Blüten hervor. Dies ist die Zeit des großen Saftanstieges - die im Winter vorbereiteten Blätter werden nun schnell ausgebildet und die Triebe entwickeln sich.
Um den Johannestag, am 24. Juni, bekommen die Bäume einen zweiten starken Triebschub. Im Sommer wird vor allem in der Krone Zucker gebildet und in der Wurzel gespeichert. Bei der Laubwelke werden den Wurzeln Informationen über die zu versorgende Menge an Laub und Holz für das nächste Jahr gegeben. Mit den im Sommer eingespeisten Zuckern beginnt jetzt der Hauptwurzelwuchs.
Ab dem Barbaratag, am 4. Dezember, steigen die Säfte wieder in die Knospen.
WAS BEDEUTED DAS FÜR DIE ARBEIT AN DEN BÄUMEN?
Im Winter, wenn das Holz trocken ist, wird gefällt, aber nicht geschnitten. Die Wundversorgung wäre durch den abfließenden Zucker nicht gewährleistet und der Baum würde zudem viele Wasserschosse ausbilden. Erst wenn die Blätter voll ausgebildet sind und der Hauptsaftstrom abflaut, wird geschnitten.
In dieser Zeit lässt sich das Meiste über die Vitalität und den Alterungsprozess des Baumes sagen. Notwendige Maßnahmen werden so ausgeführt, dass Wundverschluss, die Versorgung der Wurzel und der Kronenaufbau gefördert werden. Schwach wachsende Bäume werden vor Johanni, stark wachsende nach Johanni geschnitten. Vor dem Laubfall müssen alle Schnittmaßnahmen abgeschlossen sein.
Im frühen Frühjahr und im späten Herbst werden die Baumscheiben gelockert und die Stämme von Moosen, Algen und Flechten befreit So wird die Atmung über die Wurzeln und den Stamm gefördert und dem Pilzbefall vorgebeugt.
















